Posts mit dem Label Kurze Frage werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kurze Frage werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

24.02.2026

Schluss mit dem Rücksende-Wahn: Zeit für ein Umdenken

Einen passenden Titel für diesen Artikel zu finden, war eine Herausforderung. Im Kern geht es um meine persönliche Einschätzung zum Thema Retouren. Diese Sichtweise basiert auf meiner früheren Selbstständigkeit und der über Jahre gesammelten Erfahrung. Vor etwa 17 Jahren stieg ich in das Unternehmen meiner damaligen Partnerin ein, um es gemeinsam mit ihr auszubauen. Sie handelte mit Autoteilen über einen eigenen Online-Shop sowie diverse Plattformen. Ich selbst war zu dieser Zeit als Werbegrafiker tätig und betrieb parallel einen PC-Handel. Würde man mich heute fragen, ob ich erneut in den Online-Vertrieb von PC-Hardware oder Autoteilen einsteigen würde, fiele meine Antwort verhalten aus. Ohne ein außergewöhnlich solides Konzept ist davon eher abzuraten. Der Grund: Die Retourenquote ist in den letzten 15 Jahren massiv gestiegen. Meiner Meinung nach trägt das Marketing vieler Shops eine Mitschuld. Versprechen wie „kostenlos testen“ oder extrem lange Rückgabefristen verleiten Kunden zur Rücksendung. Ob dies dem eigentlichen Zweck dient, ziehe ich in Zweifel. Seit über einem Jahr arbeite ich nun in einem Fachgeschäft für Tabakwaren und Lotto, das auch eine Paketfiliale umfasst. Durch die tägliche Annahme von Sendungen habe ich neue Einblicke in das Retourenaufkommen gewonnen. Privat gehe ich einen anderen Weg: In den letzten 15 Jahren habe ich lediglich eine einzige Retoure veranlasst. Dabei handelte es sich um einen Fernseher mit Transportschaden. Diese Reklamation aufgrund eines Mangels verlief reibungslos, und ich erhielt umgehend ein Ersatzgerät.

Das heutige Retouren-Management unterscheidet sich grundlegend von früheren Strukturen. Während meiner Selbstständigkeit zwischen 2004 und 2012 existierten zwar bereits Rückgabeoptionen bei Nichtgefallen, doch ließen sich diese geschäftlich sinnvoll nutzen. Ich kaufte Rücksendungen – von neuwertigen Artikeln bis hin zu B-Ware mit leichten Mängeln – gezielt auf und verkaufte sie gewinnbringend weiter. Wie lukrativ dieses Segment sein kann, zeigt mein eigenes Notebook: Ursprünglich für 699 € bei einem Discounter angeboten, erwarb ich es für unter 280 €. Der Grund für die Reduzierung waren lediglich zwei minimale Schlieren auf dem Display. Da ich das Gerät primär an einem externen Monitor betreibe, war dieser optische Makel für mich unerheblich. Solche B-Ware ließ sich früher durch transparente Kommunikation problemlos und mit gutem Gewissen vermarkten. Heute scheint das System jedoch an Grenzen zu stoßen. Während früher physische Mängel eine Preisreduzierung legitimierten, prägen heute oft unnötige Auswahlbestellungen den Arbeitsalltag. Viele Rücksendungen, etwa bei Kleidung in mehreren Größen, ließen sich vermeiden. Online-Shops, die proaktiv über Passformen informieren oder Kundenrezensionen zur Größenberatung nutzen, gehen hier mit gutem Beispiel voran. Solche präzisen Angaben sind ein entscheidender Schlüssel, um das hohe Aufkommen an Rücksendungen nachhaltig zu reduzieren.

Neben den Bemühungen der Shops ist auch die Eigeninitiative der Kunden gefragt. Da jeder Hersteller eigene Größentabellen nutzt, lohnt es sich, Erfahrungen aus früheren Käufen systematisch zu nutzen. Wer im lokalen Handel kauft, unterstützt nicht nur die Geschäfte vor Ort, sondern gewinnt auch wertvolle Erkenntnisse über Passformen. Ich persönlich notiere mir genau, welche Größe mir bei welcher Marke zusagt. Da Hersteller ihre Schnittmuster meist über Jahre beibehalten, lassen sich Fehlkäufe bei zukünftigen Online-Bestellungen so effektiv vermeiden. Das spart Zeit, Nerven und reduziert unnötige Rücksendungen. Dennoch bleibt es erschreckend, welche Mengen an Retouren ich in meinem Berufsalltag täglich bearbeite – ein Eindruck, der durch Medienberichte über die Vernichtung von Rücksendungen noch verstärkt wird. Diese Praxis ist eine massive Verschwendung wertvoller Ressourcen. Zwar existieren Ansätze wie Recycling oder der Abverkauf als B-Ware, doch das Ziel sollte die grundsätzliche Reduzierung des Volumens sein. Ein ehrlicher Blick zurück zeigt: Früher hätte kaum jemand sechs Jeans im Laden anprobiert, nur eine gekauft und die restlichen fünf später zurückgebracht. Sicherlich verführen viele Online-Händler durch ihre Kulanz, doch als Konsument muss man diese Angebote nicht wahllos in Anspruch nehmen. Ein Paar Schuhe in drei verschiedenen Farben zu bestellen, um am Ende zwei Paare zu retournieren, ist oft vermeidbar. Für den Händler bedeutet dies, dass er die Artikel häufig nicht mehr als Neuware anbieten kann, was seinen Gewinn schmälert oder gar zu Verlusten führt.

Meiner Ansicht nach sollte sich das Retourenaufkommen in einem vernünftigen Rahmen bewegen, anstatt stetig weiter anzuwachsen. In meinem Berufsalltag stelle ich fest, dass insbesondere Rücksendungen an Anbieter wie Temu und andere Plattformen aus Fernost dominieren. Es ist bekannt, dass diese Shops häufig sehr preisgünstige Ware anbieten, deren Qualität oft nicht überzeugt, was zu einer entsprechend hohen Retourenquote führt. Doch was geschieht letztlich mit dieser Ware? Artikel, die nach der Rücksendung nicht mehr in einwandfreiem Zustand sind, gelangen kaum zurück in den regulären Verkauf. Bestenfalls werden sie über sogenannte Retouren-Boxen im Online-Handel vertrieben. Ein neuer Trend sind zudem Automaten, die Retouren-Überraschungspakete zu einem Festpreis anbieten. Was auf den ersten Blick wie eine nachhaltige Form der Weiterverwertung wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen oft als Täuschung. Häufig enthalten diese Automaten keine tatsächlichen Kundenrücksendungen, sondern minderwertige Neuware, die als „Fake-Retoure“ deklariert wird. Dass es sich dabei nicht um echte Postsendungen handelt, lässt sich oft an den gefälschten oder manipulierten Versandlabels erkennen, mit denen die Pakete versehen wurden.

Es ist offensichtlich, dass sich das Retouren-Management zu einem eigenständigen Industriezweig entwickelt hat. Die Sinnhaftigkeit dieser Entwicklung ist jedoch fragwürdig. Zwar entstehen dadurch Arbeitsplätze, doch der ökologische und soziale Preis ist hoch. Neben der massiven Ressourcenverschwendung ist vor allem die Belastung der Beschäftigten in der Logistikbranche spürbar. Insbesondere Paketzusteller tragen buchstäblich die Last dieser Entwicklung. Auch wenn die Berufswahl in der Eigenverantwortung des Einzelnen liegt, rechtfertigt dies nicht die Erzeugung unnötiger Arbeitsprozesse. Kaum jemand möchte im Berufsalltag Aufgaben erledigen, die lediglich aus der Unbedachtsamkeit anderer resultieren. Angesichts der gesellschaftlichen Notwendigkeit, Werkstoffe und Ressourcen nachhaltig zu nutzen, steht das aktuelle Retourenaufkommen in einem deutlichen Widerspruch dazu. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, habe ich im Folgenden praktische Ansätze zusammengestellt, wie sich Retouren effektiv vermeiden lassen.

Um die Flut an Rücksendungen nachhaltig zu reduzieren, helfen bereits kleine Verhaltensänderungen im Alltag:

Tipp 1: Systematische Größenwahl
Achten Sie bei der Bestellung von Kleidung und Schuhen konsequent auf die passende Größe. Wer im lokalen Fachhandel anprobiert, sollte sich die herstellerspezifischen Größen notieren. Dieses Wissen lässt sich bei späteren Online-Käufen nutzen, um Auswahlbestellungen verschiedener Größen – von denen eine garantiert retourniert wird – zu vermeiden.

Tipp 2: Bewusste Farbauswahl
Oft werden mehrere Farbvarianten desselben Artikels bestellt, was die Retourenquote unnötig steigert. Nutzen Sie stattdessen die hochauflösenden Produktfotos der Online-Shops intensiv. Die meisten Anbieter stellen mittlerweile realistisches Bildmaterial bereit, das eine fundierte Entscheidung für einen einzelnen Farbton ermöglicht.

Tipp 3: Kritische Distanz zu Retouren-Automaten
Von dem aktuellen Trend der Retouren-Überraschungspakete aus Automaten ist eher abzuraten. Der Inhalt dieser Sendungen entspricht oft nicht dem gezahlten Preis. In vielen Fällen gleicht das Angebot eher einem Glücksspiel als einem fairen Handel mit Restposten.

Tipp 4: Sorgfalt bei notwendigen Rücksendungen
Sollte eine Retoure unvermeidbar sein, verpacken Sie die Ware bitte stets ordentlich und vollständig inklusive allem Zubehör. Ein respektvoller Umgang mit dem Produkt ermöglicht es dem Händler, den Artikel als B-Ware oder im Idealfall als Neuware weiterzuverkaufen, anstatt ihn entsorgen zu müssen.

Tipp 5: Bewusster Konsum statt Impulskäufe
Besonders bei Plattformen aus Übersee verleiten massive Rabatte zu Spontankäufen. Prüfen Sie vorab kritisch, ob ein tatsächlicher Bedarf besteht. Ein bewussterer Konsum vermeidet Fehlkäufe und reduziert den logistischen sowie ökologischen Aufwand für überflüssige Rücksendungen.

Dies war mein persönlicher Einblick in das heutige Retouren-Management. Ich hoffe, dass meine Erfahrungen und Gedanken dazu neue Impulse geben konnten, das eigene Konsumverhalten bewusster zu gestalten. Betrachten Sie diesen Artikel als praxisnahen Ratgeber, der dazu anregen möchte, die Logistikkette und unsere Ressourcen wertschätzender zu behandeln.

Hinweis: Die folgenden Ausführungen basieren auf langjährigen Praxiserfahrungen im Handel und der Logistik. Die Schilderungen sind als subjektive Bestandsaufnahme und persönliche Einblicke zu verstehen.

24.02.2026, Maik Schwertle

13.09.2024

Was bringen E-Roller in den Städten? Eine Bilanz nach einigen Jahren


Vor fünf Jahren habe ich meinen ersten Artikel über E-Roller geschrieben und sie damals als "Fortbewegungsmittel der faulen Leute" bezeichnet. Diese Meinung hat sich bis heute nicht geändert, und die Realität auf unseren Straßen bestätigt meinen Eindruck. In diesem Artikel möchte ich eine Bilanz ziehen, was E-Roller wirklich bringen und welche Probleme mit ihrer Nutzung in Städten wie Gütersloh verbunden sind.

E-Roller in der Praxis: Vom Mietobjekt zum Privatbesitz

Anfangs waren E-Roller vor allem als Mietfahrzeuge auf den Straßen zu sehen. In den letzten Jahren hat sich das Bild jedoch geändert: Immer mehr Menschen kaufen sich privat einen E-Roller, da die Preise durch günstige Importe gesunken sind. In Städten wie Gütersloh gehören sie mittlerweile zum Straßenbild – vor allem bei jüngeren Menschen. Doch mit der zunehmenden Verbreitung kommen auch Probleme ans Licht, insbesondere in Bezug auf die Verkehrssicherheit.

Mangelnde Verkehrserziehung und Aufsicht

Es fällt auf, dass viele E-Roller-Fahrer – vor allem junge Menschen und Jugendliche – sich kaum an die Verkehrsregeln halten. Sie fahren auf der falschen Straßenseite, zu zweit auf einem Roller oder ignorieren Straßenschilder. Die mangelnde Verkehrserziehung wirft Fragen zur Aufsichtspflicht der Eltern auf. Es gibt sicherlich Eltern, die ihre Kinder verantwortungsbewusst erziehen, aber oft sieht es so aus, als fehle es an grundlegenden Verkehrskompetenzen. Eine wirksame Kontrolle durch die Polizei findet leider selten statt, was zu einer Kultur der Regelverletzungen beiträgt.

Die unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr

Die Missachtung der Verkehrsregeln durch E-Roller-Fahrer kann gefährlich werden. Ein Beispiel aus meinem eigenen Erleben: Fast wäre ich mit einer E-Roller-Fahrerin kollidiert, die auf dem Fußgängerweg Vorfahrt beanspruchte. Zwar sind 15 km/h nicht besonders schnell, aber selbst bei dieser Geschwindigkeit kann es zu schweren Verletzungen kommen – besonders für körperlich eingeschränkte Personen. Hinzu kommt, dass viele Fahrer während der Fahrt Kopfhörer tragen oder sogar ihr Smartphone bedienen. Diese Unachtsamkeit im Straßenverkehr ist besorgniserregend und erhöht das Unfallrisiko erheblich.

E-Roller als Symbol der Bequemlichkeit

E-Roller wurden einst als umweltfreundliche Alternative und praktische Lösung für kurze Strecken beworben. Doch in der Realität scheint der Nutzen begrenzt. Gerade bei jungen Menschen fällt auf, dass viele E-Roller nutzen, um sehr kurze Distanzen zurückzulegen – Strecken, die man leicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen könnte. Ein aktiver Lebensstil wird durch die Bequemlichkeit des E-Rollers oft vernachlässigt. Warum sich körperlich betätigen, wenn man für den Weg zum Supermarkt den Roller nehmen kann?

Vergleich zu früher: Der Moped-Führerschein als Maßstab

In meiner Schulzeit war es populär, nach bestandener Prüfung mit einem Moped zur Schule zu fahren. Ein entscheidender Unterschied zu den heutigen E-Rollern: Für ein Moped war ein Führerschein erforderlich. Dieser zwang junge Fahrer, sich mit den Verkehrsregeln auseinanderzusetzen. Bei E-Rollern fehlt diese Hürde, und es stellt sich die Frage, wie viele der heutigen Fahrer eine solche Prüfung überhaupt bestehen würden. Ein "Führerschein light" könnte hier Abhilfe schaffen – eine einfache Schulung zu Verkehrssicherheit und -regeln.

Wo bleibt der tatsächliche Nutzen?

Es gibt sicherlich sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für E-Roller, etwa für die "letzte Meile" vom Bahnhof zur Arbeitsstelle. Doch diese sinnvollen Anwendungen gehen oft in der allgemeinen Bequemlichkeit unter. Viele Nutzer scheinen sich keine Gedanken über die ökologischen und wirtschaftlichen Kosten der Roller zu machen, obwohl die Rohstoffgewinnung für Motoren und Akkus problematisch sein kann. Das Argument, man handle umweltfreundlich, weil man auf den Bus verzichtet, überzeugt nur selten.

Probleme mit Leih-E-Rollern und deren Nutzung

Ein weiteres Problem sind die Leih-E-Roller, die oft wahllos abgestellt werden und andere Verkehrsteilnehmer behindern. Das mutwillige Entsorgen von Rollern in Seen oder Flüsse ist ein weiteres Ärgernis, das härtere Strafen erfordert. Auch das Missachten von Verkehrsregeln sollte stärker sanktioniert werden – bloße Ermahnungen scheinen wenig Wirkung zu zeigen.

Fazit: Zeit für mehr Verantwortung und klare Regeln

Nach fünf Jahren E-Roller bleibt mein Urteil skeptisch. Der potenzielle Nutzen wird häufig durch Bequemlichkeit und mangelnde Rücksichtnahme der Nutzer untergraben. Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten und die tatsächlichen Vorteile von E-Rollern herauszustellen, sind strengere Kontrollen, eine bessere Verkehrserziehung und möglicherweise ein einfacher Führerschein erforderlich. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Situation in den nächsten Jahren entwickelt.

13.09.2024, Maik Schwertle

18.07.2024

Sicherheit und Ordnung in einer Pension: Ein Leitfaden (Teil 3)

In den ersten beiden Teilen dieser Serie haben wir die Themen Videoüberwachung und Hausordnung beleuchtet. Jetzt geht es um die Kaution, die beim Mieten eines Zimmers in einer Pension hinterlegt werden kann. Diese Praxis ist nicht überall verbreitet, bietet jedoch klare Vorteile für bestimmte Zielgruppen.

Während die Hinterlegung einer Kaution bei der Anmietung einer Wohnung üblich ist, ist sie bei der Miete eines Pensionszimmers noch relativ selten und sollte nicht bei jedem Gast erhoben werden. Eine Kaution kann aber sinnvoll sein, um sich gegen mögliche Schäden abzusichern.

Erfahrungen zeigen, dass manche Gäste während ihres Aufenthalts nachlässig werden können. Beispielsweise könnte die Einrichtung im Zimmer beschädigt oder die Gemeinschaftsküche verschmutzt werden. Solche Vorfälle verdeutlichen die Notwendigkeit, als Pensionsbetreiber eine finanzielle Absicherung zu haben. Eine Kaution kann dabei helfen, zumindest einen Teil der entstehenden Kosten zu decken. Auch wenn sie manchmal nicht ausreicht, um den gesamten Schaden zu ersetzen, bietet sie dennoch eine grundlegende Absicherung.

Für welche Zielgruppen ist die Kaution besonders relevant? Basierend auf meinen Erfahrungen sind es vor allem Gäste, die länger als einen Monat bleiben. Diese werden im Laufe der Zeit nachlässiger. Ein weiterer Zusammenhang besteht oft mit Leiharbeiter-Firmen, die Mitarbeiter beschäftigen, die zum ersten Mal in Deutschland sind und bestimmte Regeln, wie die Mülltrennung, nicht kennen. Verstöße gegen solche Regeln können zu Strafzahlungen führen, die dann von der Kaution abgezogen werden können. Dies muss natürlich im Einklang mit der Hausordnung und den darin festgelegten Strafzahlungen stehen, wie bereits im vorherigen Artikel beschrieben.

Wie erklärt man einem potenziellen Mieter am besten, dass man eine Kaution erhebt? Man sollte damit offen und realistisch umgehen. Wenn beispielsweise eine Leiharbeiter-Firma Zimmer für ihre Mitarbeiter anfragt, sollte man klar kommunizieren, dass eine Kaution erhoben wird, um sich gegen Schäden und Verstöße abzusichern. Vernünftige Leiharbeiter-Firmen werden damit kein Problem haben, da ihnen eine gesunde Geschäftsbeziehung wichtig ist. Leider gibt es Gäste, die sich nicht an die Hausordnung halten und Schäden verursachen – eine traurige Realität im Gewerbe von Pensionen und Hotels. Es ist daher wichtig, dies den Mietern vernünftig und realistisch zu erläutern. Die eigenen Erfahrungen sollten dabei helfen, bei welcher Zielgruppe die Kaution Anwendung finden soll. Manche Zielgruppen sind von Pension zu Pension ähnlich, es gibt aber auch örtliche Unterschiede. Daher ist es wichtig, die Kaution dort zu erheben, wo sie eine gute Absicherung bietet.

Ein zentraler Aspekt des Themas ist die Höhe der Kaution. Eine genaue Angabe dazu kann ich nicht machen, da dazu mehr Daten erforderlich wären. Nach Gesprächen mit zahlreichen Gästen und anderen Pensionsbetreibern würde ich eine Kautionshöhe zwischen 150 Euro und 400 Euro pro Person/Bett empfehlen. Dies hängt natürlich auch von der Ausstattung des Zimmers ab. Es kann zudem hilfreich sein, sich bei örtlichen Mitbewerbern zu erkundigen, ob und in welcher Höhe sie Kautionen erheben. So kann man sich an diesen Werten orientieren.

Generell halte ich es für wichtig, in solchen Themen auch mit Mitbewerbern örtlich zusammenzuarbeiten. Ein Erfahrungsaustausch kann helfen, Probleme mit bestimmten Zielgruppen zu identifizieren und Lösungen zu finden. Man kann auch die Zusammenarbeit mit bestimmten Firmen besprechen, die Zimmer für ihre Mitarbeiter mieten. Es gibt leider Firmen, die bei mehreren Pensionen anfragen und sich das beste Angebot heraussuchen, oft das mit den geringsten Sicherungskosten wie einer Kaution. In solchen Fällen sollte man sich örtlich anpassen und mit anderen Pensionen kooperieren.

18.07.2024, Maik Schwertle

20.03.2023

Eine Stunde vor oder zurück? So merkst du dir die Zeitumstellung.


Nicht vergessen: Die Zeitumstellung findet jedes Jahr am letzten Wochenende im März und im Oktober statt. Die Frage, ob man die Uhr eine Stunde vor- oder zurückstellen muss, sorgt jedoch oft für Verwirrung. Im März wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt und im Oktober wieder um eine Stunde zurückgestellt.

Dieses Jahr müssen wir also am kommenden Wochenende, von Samstag 25.03.2023 auf Sonntag 26.03.2023, die Uhren von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr vorstellen. Im Oktober stellen wir die Uhren dann wieder zurück, von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr. Mit dieser Information sollte die Verwirrung um die Zeitumstellung behoben sein.

23.03.2022

E-Mails werden nicht mit dem E-Mail-Programm synchronisiert

Von jetzt auf einmal funktioniert die Synchronisation mit einem E-Mail Programm (auch E-Mail-Client genannt, z. B. Thunderbird) nicht mehr. Was könnten mögliche Gründe dafür sein?

Die Gründe dafür können unterschiedliche Quellen haben, die der Nutzer zunächst prüfen sollte. Hier eine Auflistung verschiedener möglicher Fehlerquellen:

Einstellungen bei dem verwendeten E-Mail Programm prüfen
Falls das verwendete E-Mail-Programm möglicherweise ein Update installiert hat, kann dieses auch dafür verantwortlich sein. Aus Erfahrung wissen wir, dass bei manchen E-Mail-Programmen manchmal Informationen und Einstellungen für den Posteingangs- und Postausgangsserver überschrieben werden und dann nicht mehr funktionieren. In dem Fall die richtigen Daten (Server, Port) von dem verwendeten E-Mail Anbieter eintragen. Die Angaben sind auf den Hilfeseiten des jeweiligen E-Mail Anbieter zu finden.

Einstellungen/Updates der verwendeten Sicherheitssoftware prüfen
Wenn es ein Update der Sicherheitssoftware gegeben hat, hilft natürlich auch ein Blick auf das verwendete Sicherheitsprogramm. Möglicherweise wurden dort Einstellungen überschrieben oder beispielsweise verschiedene Ports gesperrt, die für die Synchronisation des E-Mail-Programms benötigt werden. Dies sollte überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Einstellungen am Endgerät prüfen
Möglicherweise hat das Endgerät (z. B. ein Smartphone oder Laptop) das Netzwerk gewechselt und durch die Änderung wurden andere Einstellungen aufgerufen. Dies ist unter anderem bei Smartphones bekannt, wenn diese das WLAN verlassen und auf mobilen Datenverkehr umschalten, was dazu führen kann, dass keine Updates mit mobilen Daten heruntergeladen werden, um Kosten für mobile Daten zu sparen. In den Netzwerkeinstellungen muss geprüft werden, ob die Einstellung geändert werden kann.

Störungen bei dem Anbieter / Sperrung seitens des Anbieters
Auch eine mögliche Störung oder Sperrung seitens des Anbieters könnte dafür verantwortlich sein, dass die Synchronisation mit dem E-Mail-Programm nicht funktioniert. Es empfiehlt sich daher, sich zunächst über die Webseite des E-Mail-Anbieters einzuloggen. Dort hat man die Möglichkeit, sich über eine mögliche Sperrung oder Störung zu erkundigen. Wenn der E-Mail-Anbieter eine Statusseite/Fehlerseite hat, sollte man diese zunächst aufsuchen. In der Regel wird man per E-Mail benachrichtigt, wenn der Account gesperrt wurde. Dies kann entweder direkt beim Einloggen geschehen, sodass man eine Nachricht erhält. Oder wenn man sich über die Website einloggt, dann per E-Mail-Nachricht. Manche E-Mail-Anbieter sperren dann nicht den gesamten Account, sondern zunächst eventuell Ports, an denen Auffälligkeiten aufgetreten sind. Auffälligkeiten können u. a. sein, wenn verdächtige Zugriffe festgestellt wurden oder das E-Mail-Konto gehackt wurde und der E-Mail-Anbieter deshalb eine Sperrung veranlasst hat.

Eventuelle Beschränkungen bei dem verwendeten WLAN
Sollte man das WLAN gewechselt haben und sich beispielsweise in einem "Gast-WLAN" befinden, kann dies auch der Grund sein. Gerade in Hotels, Pensionen, aber auch Fernzügen wird oft WLAN angeboten, dass man nutzen kann. Damit sich der Betreiber dieses WLANs schützen kann, können gewisse Einschränkungen bestehen, wie z. B. dass diverse Ports nicht freigegeben sind. In dem Fall vor Ort dies direkt anfragen, ob Beschränkungen bestehen. Ob diese aufgehoben werden können, kommt immer auf den Betreiber an und deren verwendete technische Ausstattung.

31.08.2021

Passwort zurücksetzen – Möglichkeiten und Probleme

In meiner Arbeit u. a. auch als Supportmitarbeiter eines Internetunternehmens werden viele Anfragen bezüglich einer Passwort-Rücksetzung gesendet. Dabei geht es in erster Linie nicht um die Möglichkeiten, wie man das Passwort zurücksetzen kann, sondern dass es in vielen Fällen Probleme mit dem Zurücksetzen gibt.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Passwort von einem Dienst/Programm zurückzusetzen. Welche Möglichkeiten dort angeboten werden, dazu muss man sich beim jeweiligen Anbieter erkundigen. Eine der am häufigsten angebotenen Möglichkeiten ist das Zurücksetzen mit der E-Mail-Adresse, die bei der Registrierung angegeben wurde. Aber auch dort treten häufig Probleme auf, da es häufig vorkommt, dass die hinterlegte E-Mail-Adresse nicht mehr existiert. Wenn die E-Mail-Adresse nicht mehr existiert und eine Reaktivierung nicht mehr möglich ist, ist ein Zurücksetzen durch Angabe der E-Mail-Adresse nicht mehr möglich. Entweder man hat noch eine andere Möglichkeit hinterlegt, wie man das Passwort zurücksetzen kann, ansonsten kann man da dann nichts mehr tun, auch die Anbieter kann dann nichts mehr tun.

Viele Anbieter bieten zudem meist die Möglichkeit an, das Passwort mit der hinterlegten Handynummer zurückzusetzen. Vorausgesetzt, der Nutzer hat auch beim Anbieter eine Handynummer hinterlegt. Das Hauptproblem besteht darin, dass der Nutzer keine Daten für eine Passwort-Rücksetzung gespeichert hat. Aus diesem Grund empfehle ich immer alternative Daten für eine Passwort-Rücksetzung in den Diensten/Programmen zu hinterlegen, dies ist sehr wichtig. Sollte nämlich der Zeitpunkt kommen, an dem der Nutzer eine Passwort-Rücksetzung benötigt und dann keine Daten hinterlegt sind, können diese auch vom Anbieter nicht nachträglich hinterlegt werden. Man kann zwar den Anbieter anfragen, ob es dann eventuell noch eine Möglichkeit gibt, aber in den meisten Fällen bekommt der Nutzer dann die Antwort, dass dies nicht möglich ist. Und das ist auch gut so! Es geht um Datenschutz! Denn theoretisch könnte ein Fremder versuchen, an das Passwort zu kommen.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass zwar Daten (z. B. E-Mail-Adresse, Handynummer etc.) beim Anbieter hinterlegt sind, die Daten jedoch nicht mehr aktuell (wie bereits erwähnt mit dem Beispiel der E-Mail-Adresse) sind. Und wenn der Nutzer einmal eine Passwort-Rücksetzung benötigt, die Daten aber nicht auf dem neuesten Stand sind, kann der Anbieter dem Nutzer auch nicht weiterhelfen. Der Nutzer kann zwar die "alte" Handynummer oder E-Mail-Adresse angeben, aber auch ein Fremder kann das wissen, um an das Passwort zu kommen. Daher sollte der Nutzer auch den Anbieter verstehen, das dann eine Passwort-Rücksetzung nicht möglich ist.

Bei einigen Anbietern kann der Nutzer auch Namen und die dazugehörige Anschrift hinterlegen, dies kann dann eventuell die letzte "Rettung" sein. Da dann die Möglichkeit besteht, dass der Nutzer eine Kopie des Personalausweises an den Anbieter senden kann und der Anbieter dann die Daten überprüft. Dies sollte aber der Nutzer vorher bei dem Anbieter anfragen, ob die Möglichkeit besteht.

Bei anonymen Diensten, die immer häufiger angeboten werden, ist es daher umso wichtiger, dass man als Nutzer Daten für eine mögliche Passwort-Rücksetzung hinterlegt. Und diese immer auf dem aktuellen Stand hat.

Wie man es in meinem Artikel merkt, möchte ich darauf hinweisen, dass Sie als Nutzer eines Dienstes/Programms immer Daten für eine Passwort-Rücksetzung hinterlegen und diese Daten bei Änderungen aktualisieren sollten. Dies ist sehr wichtig, da Ihnen der Anbieter des Dienstes/Programms nicht weiterhelfen kann, wenn keine Daten gespeichert sind oder diese nicht mehr aktuell sind.

Aus diesem Grund empfehle ich folgende Punkte:
- Prüfen Sie, ob Sie für alle Dienste / Programme, Daten für eine Passwort-Rücksetzung gespeichert haben
- Überprüfen Sie auch, wo bereits Daten hinterlegt wurden, ob die Daten für eine eventuelle Passwort-Rücksetzung aktuell sind

Diese beiden Punkte sollte man sich immer merken, auch wenn man sich für neue Dienste registriert, da auch gleich alternative Daten für eine Passwort-Rücksetzung zu hinterlegen.

20.07.2021

E-Mail über eine VPN-Verbindung nutzen, sinnvoll?

 


Mittlerweile gibt es zahlreiche VPN-Anbieter auf dem Markt und auch die Medien werben immer mehr für sogenannte VPN-Dienste. Diese sollen den Zugriff schützen und die tatsächliche ursprüngliche IP-Adresse des Nutzers verschleiern.

Aber hat das immer Vorteile?
Nein, meiner Meinung nach. Aus meiner Erfahrung im IT-Support-Bereich kann ich nur sagen, dass beispielsweise viele Nutzer überrascht sind, wenn sie einen Online-Dienst nutzen und eine Art „Log-in-Historie“ als Funktion zur Verfügung haben, das in der Auflistung auch ausländische IP-Adressen erscheinen. Diese Leute sind meistens verwundert, dass dies auf die Verwendung eines VPN-Dienstes zurückzuführen ist. Die Zugriffe von VPN-Diensten bestehen jedoch meist aus Zugriffen aus dem Ausland, was jedem VPN-Nutzer bewusst sein sollte. Auch im Hinblick darauf, dass man seine „Daten“ auch komplett über fremde Server laufen lässt, wenn der VPN-Dienst aktiviert und genutzt wird.

Auch Spammer und Hacker nutzen gerne VPN-Dienste, um mit der IP-Adresse des VPN-Dienstes Spam- und Phishingmails zu versenden. Andere Nutzer eines sogenannten VPN-Dienstes fragen sich, warum der Zugang zu diversen Diensten gesperrt wird, wenn man mit einer aktivierten VPN-Verbindung darauf zugreifen möchte. Aber das hat einen einfachen Hintergrund. Wird ein VPN-Dienst verwendet, wird über den VPN-Dienst mit einer anderen IP-Adresse auf die eigentliche Website bzw. den Internetdienst zugegriffen. Natürlich hat jeder VPN-Dienst nur eine bestimmte Anzahl von IP-Adressen, die seine Nutzer verwenden können. Und deshalb wird dann natürlich zahlreichen Nutzern eine IP-Adresse zugewiesen. Ob es sich um einen normalen Nutzer oder einen Nutzer mit bösen Absichten handelt, der VPN-Dienst kann sie nicht unterscheiden.

Diverse E-Mail Anbieter versuchen sich natürlich zu schützen, dass über deren E-Mail Adressen möglichst so wenig wie möglich an Spam- und Phishingmails versandt werden. Ein einfacher Schutz ist, dass man die IP-Adressen von VPN-Diensten generell sperrt, also als Internet-Seitenbetreiber (wie beispielsweise E-Mail-Anbieter). Davon sind natürlich auch normale Nutzer betroffen, die den VPN-Dienst nutzen, da diese dann keinen Zugriff auf die jeweilige Website oder den Online-Dienst haben.

Ich kann den Schutz verstehen, den die Betreiber von Internetseiten und Onlinediensten dort vornehmen und die IP-Adressen von verschiedenen VPN-Diensten sperren. Auch die Nutzer von VPN-Diensten sollten dies verstehen und nachvollziehen können, denn VPN-Dienste werden auch von böswilligen Personen genutzt. Kommt ein VPN-Nutzer auf eine Website / Online-Dienst, auf der die IP-Adresse des VPN-Dienstes gesperrt ist, dann einfach für diese Internetseite den VPN-Dienst deaktivieren und ganz normal mit der normalen IP-Adresse auf die Internetseite / Online-Dienst zugreifen.

Dieser Artikel ist nur als "kleiner Tipp" gedacht, wenn Sie Nutzer eines VPN-Dienstes sind und eventuell keinen Zugriff auf diverse Internetseiten haben. Und selbst wenn Sie einen VPN-Dienst nutzen, sollten Sie sich fragen, warum bei den meisten VPN-Diensten der Firmenstandort im Ausland liegt.

06.02.2020

Kurze Frage: Was ist CC und was ist BCC in einer E-Mail?

Dies ist relativ einfach erklärt.

CC steht für "Carbon Copy", übersetzt auf Deutsch heißt das Kopie.

Wenn Sie in einer E-Mail, die Sie schreiben, auch Empfänger in CC eingeben, erhalten diese Empfänger auch die E-Mail. Jeder Empfänger sieht auch die anderen E-Mail-Adressen, an die die E-Mail gesendet wurde.

BCC steht für "Blind Carbon Copy", was auf Deutsch "Blind Copy" bedeutet. Wie der Name schon sagt, sehen die Empfänger der E-Mail nicht die anderen Empfänger, die die E-Mail auch vom Absender erhalten haben.

Bei den meisten E-Mail Clients (Thunderbird, Outlook usw.) und Webmailern kann man dies direkt auswählen, da wo man auch den normalen Empfänger eingibt. Meist werden diese Funktionen genutzt, wenn man beispielsweise eine Rundmail senden möchte und nicht möchte, dass die Empfänger, die Adressen der anderen Empfänger sehen, da nutzt man dann BCC.

Tipp: Wenn man eben solch Rundmails sendet und dazu BCC nutzt, sollte man regelmäßig die Aktualität der E-Mail Adressen der Empfänger prüfen. Wird eine Rundmail beispielsweise an 50 Empfänger versendet und es sind 10 oder mehr E-Mail-Adressen ungültig, brechen die meisten E-Mail Clients und Webmailer den Versand der E-Mail ab. Man kann dann auch meistens nicht herausfinden, welche E-Mail-Adressen nicht mehr gültig sind.